Exkursion durch das Alperstedter Ried

Für den 30. April hatte der NABU Erfurt und die Stiftung Naturschutz Thüringen zu einer Exkursion durch das Alperstedter Ried eingeladen. Es ist das größte Kalkflachmoor mit  einer Fläche von 115 Hektar,  einschließlich der umschließenden Wiesen, im Thüringer Becken und Teil eines FFH- und eines Vogelschutzgebietes. Bereits 1967 wurde es als Naturschutzgebiet gesichert. Die Wiesen dienen als Pufferflächen gegenüber den angrenzenden Feldern, die ja einer intensiven landwirtschaftlichen Nutzung unterliegen. Durch die Projektbetreuerin Frau Schmigalle, von der Stiftung Naturschutz Thüringen, erfolgte eine fast 3-stündige sehr gute fachliche Führung durch das Gebiet. Von ihr wurde erläutert, welche Maßnahmen bisher schon durchgeführt worden sind und was zukünftig noch geplant ist, wie Beobachtungshügel und Holzbohlenweg durch den eigentlichen Moorbereich. Interessant waren auch die Erläuterungen, wie die Ansaat auf den Flächen erfolgt und zwar mit Mahdgut aus dem NSG selbst bzw. mit speziellem Regiosaatgut (typische Mischungen für die Region). 

 

Um dem größten Durchströmungsmoor Thüringens wieder seinen natürlichen Wasserstand zurückzugeben, wurden künstlich angelegte Entwässerungsgräben geschlossen, Feuchtmulden für Wiesenbrüter und Amphibien angelegt und ein neues Wehr gebaut. Somit wurde der Lebensraum für die dort zahlreich vorkommenden Tier- und Pflanzenarten gesichert. Damit der Bewuchs ständig klein gehalten wird, wurden im letzten Jahr 10 Wildpferde, Exmoor-Ponnys zur Beweidung eingesetzt. Inzwischen ist die Herde durch den Nachwuchs schon auf 13 Stück angewachsen. Weitere  Weidetiere, Heckrinder und Wasserbüffel,  werden in diesem Jahr folgen.

 

Aus der nachfolgen Auflistung an Pflanzen ist ersichtlich, welche Schätze diese Landschaft bereithält:

 

Nordisches Labkraut  (Galium boreale) von Natur aus selten

Wirtgens Labkraut (Galium wirtgenii)

Weidenblättriger Alant (Inula salicina)

Färber-Scharte (Serratula tinctoria)

Sumpf-Engelwurz (Angelica palustris) eines von zwei Vorkommen in Thüringen

Buxbaum-Segge (Carex buxbaumii)

Ufer-Segge  (Carex riparia)

Sumpf-Segge (Carex acutiformis)

Steife Segge (Carex elata) Rote Liste 

Zittergras (Briza media)

Kuckucks-Lichtnelke (Silene flos-cuculi)

Herbst-Zeitlose (Colchicum autumnale)

Echte Betonie (Betonica officinalis)

Gewöhnliche Teufelsabbiss (Succisa pratensis)

Knäul-Glockenblume (Campanula glomerata) Rote Liste Thür. 3

Sumpf-Wolfsmilch (Euphorbia palustris) Rote Liste Dtschl. 3

Echte Schlüsselblume (Primula veris)

Große Zweiblatt (Listera ovata)

Gewöhnliche Natternzunge (Ophioglossum vulgatum)

Knollige Kratzdistel (Cirsium tuberosum) Rote Liste Dtschl  3

 

An Vogelarten wurden gesichtet bzw. waren zu hören:

Rohrweihe, Nilgans, Graugans, Mäusebussard, Nachtigall, Ziplzalp, Buchfink

Die Bekassine ist hier ebenfalls heimisch, konnte aber nicht gesichtet werden. Nach Aussagen von Frau Schmigalle ist sie wohl am Besten in den Abendstunden zu beobachten.